Berlin im Winterfrühling

Mit meiner Familie war ich ein paar Tage in Berlin. Wir planten eine Frühlingsreise. Doch es kam anders. Die Stadt präsentierte sich winterlich, der Frühling fand nur im Kalender statt. Es war sehr kalt und tagelang fiel immer wieder Schnee. Dann verzogen sich die Wolken, strahlend blauer Himmel, Sonnenschein, doch wurde es noch kälter. In der Nacht fiel die Temperatur auf deutlich unter -10°C.

Ein paar Impressionen aus dem winterlichen Berlin mitten im Frühling:

BF3l8ERCUAEGrNa  BF5bKtfCIAE_bVv

2013-03-18_18-13-03_HDR 2013-03-18_18-01-52_HDR BF3lqHHCYAA-H86

2013-03-23_11-15-25_HDR  2013-03-23_11-18-09_HDR2013-03-21_08-20-44_HDR  BF5qHd5CcAAMrwL

Den bis weit in den Frühling anhaltenden Winter verdanken wir einem für die Jahreszeit viel zu weit im Süden verlaufenden Jetstream. Dieses Starkwindband in der oberen und mittleren Troposphäre wird durch den Temperaturkontrast zwischen polarer Kaltluft und (sub)tropischer Warmluft angetrieben. Immer wieder werden die sich im Jetstream spontan ausbildenden Rossby-Wellen äußerst langsam, sie verhalten sich dann beinahe wie stehende Wellen. So bleibt die Großwetterlage über einige Zeit sehr stabil. So war es auch während unserer Berlin-Woche: Über dem Nordatlantik und Osteuropa lagen Tröge (Wellentäler) in denen polare Kaltluft nach Süden gelangte, dazwischen ein Hochkeil (Wellenberg) und diese Konstellation wollte einfach nicht weichen. Die mit dem Jetstream wandernden Tiefdruckwirbel sorgten immer wieder für Schneefälle.

BF-jq13CEAAx9F6Wetterlage am 22. März 2013. Der Jetstream verläuft ungewöhnlich weit im Süden und zeigt eine stark ausgeprägte Wellenbildung. Die Tiefs über dem Nordatlantik im Westen und über Osteuropa sorgen für ergiebige Schneefälle. Quelle: EUMETSAT

So kam es durch ein Tief an der Vorderseite des nordatlantischen Troges im Westen zu heftigen Schneestürmen in Großbritannien. Den Schnee in Berlin hatten wir einem Tief über Osteuropa zu verdanken. Zusammen mit einem Hoch über Skandinavien lenkte dieses  Tief außerdem polare Kaltluft aus nordöstlichen Richtungen nach Mitteleuropa.

Die meisten Menschen empfinden die anhaltende Kälte als sehr unangenehm. Für viele frei lebende Tiere wird der lange Winter zu einem sehr ernsten Problem, ja sogar lebensbedrohend. Zurückkehrende Zugvögel finden kaum etwas Essbares, wie sollen sie da überleben, geschweige denn brüten. Eichhörnchen und Mäuse, gerade aus dem Winterschlaf erwacht, kommen wegen dem hartgefrorenen und oft auch noch schneebedeckten Boden nicht an ihre vor dem Winter angelegten Vorräte heran.

Menschen und Tiere hoffen auf ein Ende des Winters im Frühling!

Advertisements